Poolnudel-Aktion mit Pro Grün

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Immer mehr Menschen steigen aufs Fahrrad und schützen damit nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch das Klima. Doch in vielen deutschen Großstädten fehlt es an Platz für Fahrradfahrende und Fußgänger. Die neuen Abstandsregeln gegen Corona unterstreichen das. Weltweit verteilen Städte daher in der Pandemie ihren Straßenraum neu. Zuletzt erklärte Brüssel seine Innenstadt zur Tempo 20 Zone, in der Fußgänger und Radfahrende den Vortritt haben. Von Mailand bis Madrid werden Radwege eingerichtet, damit sich Menschen in sicherem Abstand bewegen können. Rechtlich ist das auch in Deutschland leicht möglich, dennoch hat hierzulande bisher nur Berlin Autospuren umgewandelt in Radspuren, so genannte „Pop-Up-Radwege“. So etwas brauchen wir auch in Paderborn. Die rechtlichen Möglichkeiten für sichere Radwege sind da, der Bedarf auch.

Damit sich in mehr Städten etwas tut, setzten sich Greenpeace und andere Umweltschutz- und Fahrrad-Organisationen am 23.5.2020 in über 30 deutschen Städten für sichere, neue Radwege ein. In Paderborn wurde symbolisch ein Pop-Up-Radweg auf der rechten Fahrbahn der Neuhäuser Straße, Höhe Hausnummer 142 eingerichtet. Auf dieser Hauptverkehrsstraße gibt es bisher gar keinen Radweg. Nach den inzwischen einschlägigen Anforderungen der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO), Punkt 19, wären hier in beide Fahrtrichtungen Radwege mit rund 2 Metern Breite einzurichten.

Nur so wäre auch der nach Straßenverkehrsordnung notwenige Abstand von 1,5 m zwischen Fahrrädern und überholdenden PKW zu gewährleisten - und der Abstand von 1,5 m zu Fußgängern auf dem Gehweg, der zumindest auf absehbare Zeit zur Vermeidung von Neuinfektionen mit dem Corona-Virus eingehalten werden muss. In der Aktion an der Neuhäuser Straße wurde dieser notwendige Abstand durch "Pool-Nudeln" deutlich gemacht. An dieser Stelle sei den Unterstützern von Pro Grün, ADFC und der Paderborner Radfahr-Initiative gedankt, die sich an der Aktion beteiligten.

Weitere Informationen zu einer Umwelt und Gesundheit schonenden Mobilität finden Sie in der unten verlinkten Greenpeace-Studie "Mobilität nach Corona". Auf der Seite "Radalarm" - ebenfalls unten verlinkt - finden Sie Infos der Paderborner Radfahr-Initiative.

Dieter Dubisch vom Paderborner Umweltschutzverein Pro Grün: „Die Stadt Paderborn hat inzwischen erkannt, wie wichtig die Verbesserung des Radwegenetzes für die Lebensqualität in Paderborn ist. Es ist zu begrüßen, dass die Stadt erst am vergangenen Wochenende eine Stelle als Radverkehrsplaner*in ausgeschrieben hat und aktuell eine Online-Beteiligung an der Erstellung eines Radverkehrs-Gutachtens für die Innenstadt West gestartet hat. Unser Vorschlag ist, schon kurzfristig auf Straßen wie der Neuhäuser Straße breite Radwege per Fahrbahnmarkierung abzutrennen. Bereits im letzten Jahr wurde vorgeschlagen, den Fürstenweg zur Einbahnstrasse zu machen und dadurch Platz zu schaffen für einen sicheren Radweg“.

 

Weiterführende Links

Radalarm - Gute Routen für Paderborn
Pro Grün Paderborn
Greenpeace zu "Mobilität nach Corona"

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