Dicke Luft in Paderborn

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Seit Jahren ist der Grenzwert für Stickoxide in Paderborn überschritten. Stickoxide schädigen die Atemwege – vor allem bei Kindern – und erhöhen das Herzinfarktrisiko. Allein in Deutschland verursacht das hauptsächlich aus Dieselmotoren stammende Atemgift mehr als 10.000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr. Die Emissionen werden dabei, wie sich in den letzten Monaten herausstellte, vor allem durch Diesel-PKW verursacht. Die Bezirksregierung Demold hat zwar bereits zum 21.7.2011 in Abstimmung mit der Stadt Paderborn einen Luftreinhalteplan in Kraft gesetzt (unten finden Sie einen Link zu diesem Plan). Dieser Plan ist allerdings bestenfalls halbherzig und hat auch so gut wie keine positive Wirkung gebracht. Eine Überarbeitung ist mehr als überfällig. Auf unserem Infostand beim Fahrradtag am 14.Mai haben wir das bereits kritisiert und die Paderborner*innen gefragt, wie ihrer Meinung nach eine Verbesserung der Luft in Paderborn erreicht werden kann.

Unter anderem auf Basis der Ergebnisse dieser Umfrage haben die Paderborner Umwelt- und Naturschutzverbände BUND, Greenpeace, NABU und ProGrün sowie die ADFC-Kreisgruppe Paderborn eine Stellungnahme und einen Forderungskatalog zur Überarbeitung des Luftreinhalteplans formuliert, die unten als pdf-Datei angefügt ist. Die Forderungen lauten:

1. Um die schmutzigsten Autos aus der Stadt herauszuhalten, ist die Einrichtung einer Umweltzone in Paderborn notwendig. Weiterhin sind Fahrverbote an besonders belasteten Tagen durch eine Kennzeichenregelung erforderlich.

2. Festlegung von Tempo 30 in Wohnquartieren und im Kernstadtbereich. Damit wird gleichzeitig die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer erhöht.

3. Weitere Verbesserung des Radwegenetzes, auch für die Strecken in die Stadtteile, Vororte und umliegenden Gemeinden. Aktive Bewerbung des Radverkehrs, z.B. durch Teilnahme am Projekt „Stadtradeln“.

4. Kostenloser ÖPNV in der Innenstadt: Wer den Verkehr auf der einen Seite einschränkt, muss auf der anderen Seite neue Angebote machen. Um die emissionsarme Mobilität und den öffentlichen Nahverkehr konsequent zu fördern, müssen Busse und Bahnen im Innenstadtbereich kostenfrei sein. Nur so ist sicher gestellt, dass wirklich alle Bevölkerungsschichten die Möglichkeit haben, sich bequem und emissionsfrei in der Innenstadt fortzubewegen. Davon profitieren insbesondere auch ältere Menschen.
Durch den Wegfall der Fahrscheinkontrolle verringert sich außerdem die Aufenthaltszeit an den Stationen – in Kombination mit der Anschaffung weiterer Nahverkehrs-Fahrzeuge werden so Taktzahlen und Verkehrsfluss erhöht. Ergänzend sollte die Stadt ein „Bürgerticket“ für das gesamte Padersprinter-Netz einführen, nach dem Vorbild des Semestertickets für Studierende.

5. Durch eine koordinierte Citylogistik kann der bisher unkontrollierte Lieferverkehr gebündelt und minimiert werden. Viele Lieferfahrzeuge können durch ein abgasfreies System ersetzt werden.

6. Weitere Verminderung der Emissionen der Busflotte.

Publikationen

Weiterführende Links

Links zu den anderen Paderborner (Umwelt)verbänden
Weitere Informationen, u.a. zum "Dieselskandal" auf greenpeace.de
Link zum Luftreinhalteplan Paderborn 2011
Neue Westfälische vom 1.6.2017
Luftmesswerte des LANUV

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